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Regeln (Experten-Wissen)
Mit Regeln bringen Sie Ihr Erfahrungswissen direkt in den Wissensgraphen - als typisierte WENN → DANN-Aussagen. Anders als die aus Dokumenten extrahierten Einträge stammen Regeln von einem Experten und landen als zitierbare Knoten im Graphen mit hohem Vertrauen (0,9). So wird der Graph mehr als nur eine Doku-Suche: Er kennt auch das, was nur in den Köpfen Ihrer Fachleute steht.

Regel oder freier Text?
Regeln sind der Weg für typisiertes, ableitbares Diagnosewissen (WENN→DANN gegen Ihre Ontologie). Wollen Sie stattdessen freies Frage-Antwort-Kopfwissen hinterlegen, das in keinem Dokument steht - etwa „Wie oft muss der Filter gewartet werden?" mit einer ausformulierten Antwort -, nutzen Sie den komplementären Weg Wissen erfassen. Beide landen mit Experten-Vertrauen (0,9) im Graphen.
Wie eine Regel aufgebaut ist
Eine Regel hat eine Bedingung (WENN) und eine Konsequenz (DANN), dazu drei Zusatzangaben:
WENN <Entity-Typ>.<Attribut> <Operator> <Wert>
DANN <Beziehung> <Maßnahme / Komponente>
+ Wahrscheinlichkeit + Kommentar + Quelle- WENN referenziert einen Typ und ein Attribut aus Ihrer Ontologie (z. B.
Fehlercode.code), einen Operator (==,!=,<,>,<=,>=,in) und einen Wert. - DANN wählt eine Beziehung (
SUGGESTS,TRIGGERS,APPLIES_TO) und benennt die Maßnahme oder Komponente. - Wahrscheinlichkeit ist die fachliche Treffergüte der Regel (0–1) - getrennt von der Vertrauens-Konfidenz.
- Kommentar und Quelle halten fest, warum die Regel gilt und woher sie kommt.
Eine Regel anlegen
- Öffnen Sie im Projekt in der linken Navigation Regeln.
- Im Formular „Neue Regel": wählen Sie unter WENN den Entity-Typ - die Attribut-Auswahl füllt sich automatisch aus der Ontologie dieses Typs. Wählen Sie Attribut und Operator; das Wertfeld schlägt die in der Ontologie definierten Enum-Werte und die im Graphen tatsächlich beobachteten Werte vor - so schreiben Sie Regeln gegen Werte, die es wirklich gibt.
- Unter DANN wählen Sie die Beziehung und tragen die Maßnahme/Komponente ein.
- Optional: Wahrscheinlichkeit, Kommentar, Quelle.
- Regel speichern. Die Regel erscheint sofort in der Liste links mit einem grünen Konfidenz-Badge (90 %) und einem „trifft N"-Zähler, der angibt, auf wie viele Entitäten im Graphen die WENN-Bedingung aktuell zutrifft - so sehen Sie sofort, ob eine Regel greift.
TIP
Die Typ- und Attribut-Auswahl ist an Ihre Ontologie gebunden - Sie können nur gültige Typen/Attribute wählen. So bleibt jede Regel schema-konform.
Eine Regel ansehen oder bearbeiten
Jede Regel in der Liste links ist anklickbar: Ein Klick öffnet sie rechts im Formular - so sehen Sie alle Details (Bedingung, Konsequenz, Wahrscheinlichkeit, Kommentar, Quelle), nicht nur den Titel.
- Schreibberechtigte (Kurator, Experte, Tenant-Admin) ändern die Felder und klicken Änderungen speichern - die Regel wird im Graphen aktualisiert.
- Wer nur lesen darf (Rolle Benutzer oder Kunden-Admin), sieht die geöffnete Regel schreibgeschützt.
- Über + Neue Regel (oben rechts im Formular) verlassen Sie die Bearbeitung und legen wieder eine neue Regel an.
- Das ✕ an der Regel löscht sie (nach Rückfrage).
TIP
Die geöffnete Regel ist in der Liste hervorgehoben. Solange sie geöffnet ist, bezieht sich Änderungen speichern auf genau diese Regel.
Was beim Speichern passiert
Die Regel wird direkt als :ExpertRule-Knoten in den Wissensgraphen geschrieben - projekt-isoliert, mit:
- Vertrauen 0,9 (Experten-Stufe) → Konfidenz-Stufe grün,
- Herkunft „Experte" (wer die Regel angelegt hat),
- Verlinkung zur Ziel-Entität über die gewählte Beziehung, sofern diese im Graphen existiert.
Die Regel ist damit eine normale, zitierbare Entität: Sie taucht in der Wissensgraph-Übersicht unter dem Typ ExpertRule auf und ist im Explorer auffindbar.
Regeln über Kela anlegen
Sie können Regeln auch dem Assistenten Kela überlassen: Beschreiben Sie die Regel in Worten („Wenn Fehlercode E5, dann Umwälzpumpe prüfen"), Kela schlägt die typisierte Regel vor und legt sie nach Ihrer Bestätigung an - mit demselben Ergebnis wie über das Formular.
Was die Regeln im Hintergrund leisten (Diagnose)
Ihre Regeln bleiben nicht nur Dokumentation - Kelaria wertet sie aktiv aus. Trifft die WENN-Bedingung einer Regel auf eine Entität im Graphen zu, feuert die Regel und leitet ihre DANN-Aussage als begründete Schlussfolgerung ab. Mehrere Regeln können dabei über mehrere Schritte ineinandergreifen (Forward-Chaining): Was eine Regel schließt, kann die Bedingung einer weiteren erfüllen, sodass eine kleine Diagnose-Kette entsteht. Die Konfidenz nimmt mit jedem Schritt kontrolliert ab, damit weit hergeleitete Schlüsse nicht überbewertet werden.
Diese symbolische Auswertung wird an zwei Stellen sichtbar:
- Im Fragen-Tab tauchen gefeuerte Regeln als nachvollziehbare Schritte im Reasoning auf und liefern eine zitierbare Regel-Quelle zur Antwort.
- Über Kela können Sie eine Entität gezielt diagnostizieren lassen (
diagnose_entity) oder sich eine Schlussfolgerung erklären lassen (explain_entity).
So wird aus einer gepflegten Regel-Sammlung ein kleines Experten-System, das nicht nur nachschlägt, sondern aus Ihrem Erfahrungswissen ableitet.
Wer was darf
| Rolle | Regeln ansehen | Anlegen · bearbeiten · löschen |
|---|---|---|
| Benutzer · Kunden-Admin | ✅ | - |
| Kurator · Experte · Tenant-Admin | ✅ | ✅ |
Die Schaltflächen zum Anlegen, Bearbeiten und Löschen erscheinen nur für Schreibberechtigte (Kurator, Experte, Tenant-Admin und der Plattform-Superuser); wer nur lesen darf, kann eine Regel öffnen und ansehen, aber nicht ändern.
Häufige Fragen
Mein Entity-Typ steht nicht zur Auswahl. Die Auswahl kommt aus Ihrer aktiven Ontologie. Fehlt ein Typ, ergänzen Sie ihn zuerst im Ontologie-Editor.
Was ist der Unterschied zwischen „Wahrscheinlichkeit" und der grünen Konfidenz? Die Wahrscheinlichkeit ist Ihre fachliche Einschätzung, wie oft die Regel zutrifft. Die Konfidenz (grün, 90 %) drückt das Vertrauen in die Quelle aus - bei Experten-Regeln immer hoch.
Erzeugt jede Regel eine Kante im Graphen? Nur wenn die DANN-Komponente eine bereits existierende Graph-Entität ist. Reine Maßnahmen-Texte werden als Eigenschaft am Regel-Knoten gespeichert; der Knoten bleibt trotzdem zitierbar und auffindbar.